TAG 7 17.1.20dreizehn

gehirn-theater

gehirn-theater

Ort:

wir sitzen noch am Tisch, es wird langsam bei allen unruhig. der erste schritt auf die bühne steht an. wie probieren? wir müssen proben. auf die Bühne gehen uns bewegen, allein der drohenden kälte wegen. die kälte in diesem großen Raum mit Säule, der Garage in der gaußstraße, nimmt zu, die kleinen Heizkörper schaffen es nicht dagegen anzukommen. in wallungen kommen. wir müssen in wallungen kommen.

heute war tom cruise zu gast. you know? „der syentologe tut es einfach. sie tut es einfach“. Das video ein Hinweis auf was wir zu treiben könnten. eher als Gefahr. Dom cruise unser Mahnmal. you know?

Heute haben wir es endlich geschafft mit close reading den text von karl löwith zu ende zu lesen. ein text über miteinander sein. die frage ist nicht ob, sondern wie. nicht ob wir theater machen sondern wie. wie mit dem zuschauer sprechen. wie ihn ansprechen? die mitwelt entseht nur zwischen ICH und DU. DU Zuschauer. Du brauchst mich. ich brauche dich. alles ist für dich damit ich überhaupt werden kann. und Du brauchst mich. oder brauchst mich auch nicht weil es nur um Dich und dein ICH geht. Du bist voll davon. Genug INPUT den ganzen Tag. Laurent Chetouane hatte glaube ich in einem Interview davon gesprochen: der Zuschauer sei blind. oder es gehe darum ihn blind zu machen oder sein lieblingstheater wäre eins das den Zuschauer erblinden ließe, weil er von sich selbst aus, voll ist. voll mit harten und weichen drogen. im rausch. mit uns. wir sind auch immer schon auch Zuschauer. zuhörer. beim sprechen sich selber zuhören um sich im hier und jetzt zu verorten, sich zu/r rede stellen lassen. verantwortung zu tragen und eigentlich nur fragen zu stellen. Fragen die jemand der zuhörend schaut beantworten will. ihm das gefühl geben, er würde gleich antworten dürfen. etwas immer noch etwas länger hinaus zögern. suspense immer mehr Zuspeise (zuspeise ist das autokorrekt von suspense auf diesem mac) Zuspeise. zuspeise. es geht um Zuspeise. auf allen ebenen. alles muss bis zur unerträglichkeit zugespeist sein. ohne humor. nix ist daran komisch.

unerträglich diese unökonomische Sache. alles so Verschwendung. zeit vergeht. sie rieselt  die ganze zeit.

katrin hat einen witz gemacht. am Mikrophon. sie stellte mit einer tasse und einem löffel ein Geräusch her, während andere die erste oder zweite szene des ersten aktes lasen und flüsterte dann was von Café, woraufhin sie sich zu Gruppe drehte und ein völlig rotes Gesicht hatte und lachte.

mikro

Marie summte we shall overcome. vor sich hin. und konnte nicht mehr aufföhren.

alex ging in einen Nebenraum. dem stromraum. da wo die sicherungen sind und las von dort aus prospero, betrat den raum wieder in dem wir alle waren, so als wäre nie etwas peinliches passiert.

lukas hat diesen ton. diesen alte herren perversie ton.

wir haben also dann den ersten alt laut gelesen und sind auch mal vom tisch aufgestanden. es keimten szenische situationen auf. Kunst. vermeintlich künstlerisch musikalische Momente, die nicht nach sinn fragten und die von shakespeare entworfene Konzeption von Figuren die sinnhaft (?) reden ignorierten.

es wurde eigener text aus dem sturmtext improvisiert.

es war bla bla bla bla. bla. bla. gaga. es war wichtig das zu erleben. wer weiß wo wir ankommen, aber wir werden, oder ich werde davon erzählen. ich werde von meinen frustrationen erzählen.

wir haben Bühnenbild besprochen. und werden es noch mal tun. weil die entscheidung etwas ist, das uns sicher allen schwer fällt. und da sind wir anschlussfähig. das ist etwas, das für alle gilt. für alle auch außerhalb unseres probenzusammenhangs. wie entscheiden? alle entscheidungsgrundlagen sind zu hinterfragen, das lehrt uns vielleicht der sturm. wenn das passieren könnte. das alle sich das fragen. oder nicht mehr entscheiden können weil ihnen die grundlage fehlt, keine konzeption mehr da ist, einen alles unter den fingern zerschmilzt, wir alle zuschauer und Bühne, danach alle nicht mehr laufen können, dann ist es das. dann müssen wir in die neue Welt. ohne konzeption.

alles alles geht uns an hat einer mal gesagt. wir nutzen unser hirn im normalen gebrauch gerade mal 1/3tel. gerade mal ein drittel von dem zu was es in der lage wäre. was ist mit dem rest? also bin ich eigentlich doch der auffassung, das wir noch länger sitzen müssen und noch mehr lesen und noch mehr diskutieren? INPUT hat es alex genannt. er sei voll davon.

alex-axel

alex-axel

Zeit: heute: Aufgabe: „Jeder soll morgen einen persönlichen Gegenstand mitbringen den ihr mit dem Sturm assoziiert. Wichtig, danke. kusso“ (rabea schubert)

barthes hat mal formuliert das die zeit repressiv sei. sie würde einen immer dazu zwingen zeitgemäß zu sein. wir müssen uns also nicht fragen, was sei zeitgenössisches theater, weil es das ohnehin ist, wenn wir es heute spielen. wenn morgen ist es future. und das gilt es auf der probe auf der bühne noch genauer zu beleuchten. futurum exaktum

ES WIRD GEWESEN SEIN – mein schritt wird gewesen sein. welcher schritt wird das dann wohl sein. wie werde ich ihn machen. ich werde ihn machen. nicht ob sondern wie. nicht bewerten sondern machen. wann werde ich das nächste wort sprechen? nicht ob sondern wie? nicht kontrollieren sondern tun. und dabei zuhören. und doch vielleicht nicht sprechen und schweigen als Möglichkeit. vielleicht ist es das auch was zuspeise produziert. wenn ich ohne zu wissen wie es dann genau werden wird mir der möglichkeit von möglichkeiten bewusst werde. anders. es kann auch immer anders sein.

„Alterität (D)

Der Begriff der Alterität (lat. alter: der eine, der andere von beiden) ist ein philosophiegeschichtlich bedeutender Begriff und verweist innerhalb poststrukturalistischer Theorien (z.B. Psychoanalyse, Dekonstruktion oder Postcolonial Studies) auf die Dichotomie von Alterität und Identität als einander bedingende Momente. Alter ist kein beliebiger Anderer, alterist der zweite von zwei gleichartigen und einander zugeordneten Identitäten im Gegensatz zu alius oder xenos(dt. der Fremde).

Identitäten werden durch Abgrenzung und Ausgrenzung hergestellt. Das ‚konstitutive Außen‘ (Derrida, Butler) ist nicht nur Bedingung der Möglichkeit von Identität, sondern zugleich immer Teil derselben. Zentrum und Rand sind intrinsisch miteinander verwoben. Soll Andersheit gedacht werden, dann bedeutet der Begriff nicht, dem Selbstidentischen dessen komplementäres Gegenteil entgegenzusetzen, sondern das angeblich Mit-sich-selbst-Identische in seiner Angewiesenheit auf und Kontaminierung durch sein vermeintlich Anderes zu lesen.
In Edward Saids Studie Orientalism fungiert der Begriff desAnderen als Beschreibungskategorie des Orientalischen, das als das irrationale Andere dem rationalen Selbst europäischer Identität gegenübergestellt wird. Durch den Prozess des othering, durch den dem Anderen vor der Folie des „weißen, männlichen, heterosexuellen“ Subjekts jede Identität abgesprochen wird, wird, so Saids Analyse und Kritik, die europäische Identität erst erzeugt und bestätigt.
–> Von Simone de Beauvoirs Studie „Le deuxième sexe“ (dt. „Das andere Geschlecht“) ausgehend, in der sie verschiedenen Diskursen nachgeht, in denen die Frau als ‚das Andere des Mannes‘ konstruiert wird, besetzt der französische Feminismus den Terminus positiv. Dem so genannten ‚anderen Geschlecht‘ kommt ein kreatives Potential hinsichtlich der Subversion patriarchaler Strukturen und Diskurse zu, das in Konzepten wie écriture féminine (Cixous) oder parler femme (Irigaray) erprobt wird. Die Kritik an den Strategien der Französinnen wird als Vorwurf der Reproduktion und Wiedereinsetzung von geschlechterspezifischen und patriarchalen Stereotypen (Moi) formuliert. Im dekonstruktiven Feminismus, wie bei Gayatri Spivak, geht es letztendlich darum, dieGeschlechterdifferenz bzw. Differenzen überhaupt ‚within‘ undnicht ‚between‘ zu denken. Innerhalb und nichtdazwischen ist die radikale Alterität angesiedelt.“ http://differenzen.univie.ac.at/glossar.php?sp=7

die wunde wand

die wunde wand

 

hinter und vorder kopf im wangeschehen - ein peinlicher Titel

hinter und vorder kopf im wangeschehen – ein peinlicher Titel

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