sich zur verfügung stellen

liebe leute. ich glaube wir sind da übelst an was dran. es beschäftigt uns, niemand wäre hier, wenn er nicht an etwas, irgendetwas glauben würde. man würde nicht so schnell vom krankenhaus zur probebühne laufen, bis man wie eine geplatzte tomate aussieht, man würde nicht ein studium, das man gerade begonnen hat, vernachlässigen, eine ausbildung, auf die man lange gewartet hat, so ganz nebenbei machen, man würde nicht eine tochter zuhause lassen, man würde nicht eine mutter zuhause lassen, man würde nicht aus einem anderen land angereist kommen und in fremden wgs zur sau gemacht werden, man würde nicht zwischen hildesheim und hamburg pendeln, man würde nicht.

wenn wir es aber machen, sind wir da, mehr als da. dabei. und wenn wir dann darüber sprechen, sind wir es auch. aus meinem mund kommt keine von gleichgültigkeit zerfetzte banalitätswurst (wäre die noch braun oder schon grau?) sondern etwas, das mit krass allem zu hier tun hat und dem in aller krassheit verbunden ist. weil meine sprache auch so krass sein will wie das erlebte, gefühlte, gedachte, ist sie manchmal zu stark in ihrem dasein als sprache, als setzung. und dann glauben alle, das ist ja mal hundsgemein, hinterfotzig, beleidigend, aggressiv, urteilend. wenn ich von der impro rede und luki in einem konkreten beispiel beschreibe, dann glaube ich, dass es weder um mich noch um ihn geht. stimmt aber nicht. ideologischer trugschluss. luke, ich bin dein vater. ich spreche ihn an, also geht es um ihn. egal welcher film gerade geschoben wird.

und trotzdem! es geht nicht um das individuelle engagement, sondern um die wachheit, hat julien heute gesagt. es wird um mich gehen, ja, es wird um mich gegangen sein, es wird vielleicht auch um mich geschehen sein aber inwiefern genau weiß ich jetzt einfach noch nicht so genau. ich kann mich nicht so wichtig nehmen, weil ich nicht weiß was ich da so wichtig nehmen woll. meine persönlichkeit ist da, sie ist dabei – sie handelt, aber sie wird nicht verhandelt. LEUTE wir stehen vor der Repräsentation! wie geil! es geht nicht um die postmoderne, wir kennen doch noch nicht mal die moderne, wir sind viel weiter, nämlich schon davor. wir werden uns gerade unserer wesentlichkeit (wesentlichkeit) bewusst, weil wir sie von missverstandenen beschriftungen lösen. das ist kein denunzieren, brechen mit vorhandenem, das ist viel viel viel mehr.

vielleicht werden wir die ersten, die wirklich eine zeitepoche geschaffen haben. unsere zeit.

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