Samstag 19.

Sich an Samstag erinnern, während sich heute schon wie gestern anfühlt. Ein Logbuch schreiben, einen großen Theaterroman, ein Gedicht, eine völlige langweilige Erzählung; von einem sich immer wiederholenden Zusammenschluss von Leuten, die beginnen, sich kennen zu lernen, Grenzerfahrungen zu machen und möglichst zu ignorieren, sie kannten sich doch noch nicht vorher und verstanden nicht sehr viel voneinander, bis auf das, was sie so einzeln interessierte. Bis morgen, findest du nicht auch? Und wie organisiere ich einen Text, Der meine Erinnerung modelliert. Ohne große Intention melden, was noch ubrig, was mich jetzt gerade interessiert, was schoen gewesen. Und vor allem während ich schon unter dem Einfluss stehe, dass zwei Tage dazwischen verrauscht sind. Wir mit einem älteren Herren in ebendessen Kunsthalle die Treppe der Wahrheit heruntergehen mussten-

Samstag bin ich natürlich zu spät und es tut mir echt leid, nach elf stunden traumlos, wortloser Schlaf. Alle schon auf der Buhne oder davor und es ist schwierig, alles und alle zu uberblicken. Alle sind irgendwie drauf und bestimmt zu zehnt auf der Buehne. Fünf davor. Dämmernde Konzentration und lockeres Selbsverständnis beim TRAINING kurz überwinden, dann wird getanzt. Martins Wille:
so tanzen wie es dem eigenen Gefühl so gerecht ist oder dass dem nicht entspricht. Später

Sorry, aber das will ich jetzt echt nicht alles mich zwingen aufzuschreiben. Jeder Rhythmus operiert mit Wiederholung und wenn ich jetzt mein Untertandasein wiedererlebe und alles genau beschreibe, wie es in der inneren Schulemeisterei verlangt. Nein, ich finde das Training aber super, weil es genau eine Möglichkeit der ARBEIT zu sein scheint: gegen die Selbstverständlichkeiten. Und natürlich stehen wir noch am Anfang unserer gemeinsamen Zeit, wir haben angeblich einen Text und eine Masse an Verpflichtungen, Umständen und Ansprüchen, weil wir nicht nur miteinander sind, sondern jede Bewegung aufeinander wirkt und Aufforderungscharakter in sich birgt USW. Und es wird doch ganz konkret: Wir machen eine Übung, in der sich alle gegenseitig kopieren. Keine Absprache, wer wen nachmacht, aber die Bewegung im Raum, in vorübergehender Konstellation. Es ist ein brutal dynamisches Verfahren und die Bewegungen der anderen gehen durch den eigenen Körper und werden sich von diesem angeeignet. Geiles Theater. Aber: Jede Bewegung braucht eine Unterbrechung. Das Anhalten der -sowieso nie abgeschlossenen- Abläufe müssen wir weiterüben. Es gibt kein naturliches Repertoire, aber Unauffaelligkeit. Es gibt immer eine Verantwortung, der wjr uns immer unterschiedlich bewusst, für die Situation, Mitspielerinnen, Mitzuschauerinnnen. Und es ist ein Meer an anschlussfähigen Vorgängen: eine grosse Gruppe an Leuten, die einander auch zuschauen, mit denen zu tanzen ist und ich habe mich natürlich gefragt, dass es sicherlich doch Momente geben kann und wird, in dem ich es sehr gerne haben werde, ein Moment in dem ich geniesse, mit der Unübersichtlichkeit konfrontiert zu sein. Nur die Körper sich schieben und Drucken und keiner weis mehr, wer damit angefangen hat.

Es ist nicht ernsthaft möglich, die ganzen Situationen angemessen zu schreiben, ZU veil Zeit und Kommunikation. Und Performances. Wir haben sogenannte Performances vorbereitet. Eigentlich auch gar nicht vorbereitet (keine Zeit und es tut uns unterschiedlich leid) und asozial geht das natürlich zur Sache. Vor so einem Publikum ein guter Polizist, der mit einem Tennisball spielt und Kloreiniger mit Tennisball beschmeißt und scheitert. Aber das scheint insgesamt GAR KEIN PROBLEM zu sein. Darüber ist die Gang schon hinweggegangen. Was aus der sog. Öffnung der Situation rausholen, wenn es keinen Plan und General gibt, nur die Absicht und gemeinsame Zeit, mit Publikum und dem Gegenstand. und der sollte mal ein Gegenstand sein, was irgendetwas ganz subjektives mit dem sog. Sturm zu tun hatte. Das war wieder die aufgabe vom Vortag. Die dann in einer sehr seltsamen Transformation zu fragen führte, was inszeniert war, was nicht. Was überhaupt inszeniert werden kann, wenn keiner so richtig Zeit hatte, etwas vorzubereiten. Keine Angst vor scheisse und Singen. Da sind wir eindeutig fit. Wir schaffen allerdings nicht alle Performances. Aber wir reden darüber und fragen uns, was das so ausgelöst hat. Ein roter Vorhang zb, hinter dem nur noch Konturen, die Lüge von Bisesi, wir konnten als Publikum seine selbstshow untebrechen. Komplexität. Und ich kann am ende fragen, warum die Frauen in ihren Auftritten so gar nicht auf der buhne sichtbar werden, sondern von um die Ecke reinsangen, hinter dem roten Vorhang Kontur wurden. Filtershit. Als Regisseurin aus dem Publikum, lachend. nextlevelshit

Haben wir uns schonmal darüber unterhalten, was dieser Blog schon ist und sein kann. Das schöne der Anfänge ist das Glück des Unabgeschlossenen, noch Offenen. Was aber in so einem dynamisch Turn sich zu verengen hat, wenn es den Raum gegen die Selbstverständlichkeiten geben soll, um es wieder einer weiteren Aufbruch zukommen zu lassen.
Es ist doch so schoen, dass du da.

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