Eine Liebeserklärung

Am Montag, jetzt, heute, wo ich endlich anfange, wird mich Martin schon mehrmals nett daran erinnert haben, dass es schon seit Freitag meine Aufgabe gewesen sein wird, diesen kleinen Bericht aus meiner rechten Friedercomputertoneckperspektive zu schreiben.

 

Unter der Vorraussetzung, dass es einen Anfang gibt, hört immer etwas auf wenn ich anfange und etwas fängt an wenn ich aufhöre.

Ich mag den Anfang im Pulk, die Stille und die Ruhe, wenn wir das denn mal hinkriegen. Seit mich am Dienstag das Stadttheater zum ersten mal wirklich voll und ganz rausgerückt, losgelassen und ausgespuckt hat, suche ich nach einem Platz für mich in dem Ganzen. Um es noch gänzer zu machen oder so. Das ist gar nicht so einfach, weil da schon soviel zusammen gewachsen ist in meiner Abwesenheit. Ich muss ein wenig Platz für mich machen, den Raum etwas dehnen, heute keine Analsexreferenzen. Es ist trotzdem schon recht eng geworden.

 

Bei meiner ständigen Suche nach Raum um einen Raum für mich aufzumachen, damit ihr einen neuen Raum darin findet, werde ich gerade am Anfang immer so wehmütig. Ich sehe euch da im Pulk, gegenüber von mir, am anderen Ende des Raumes, eure Konzentration und eure Unruhe und vermisse euch. Genau da will ich auch sein und das mit euch erleben. Mit euch da reinkommen.

Und obwohl ich doch eigentlich Musiker bin, sitze ich jetzt hinter meinem Computer und bin plötzlich Tontechniker. Ich ärgere mich über mein Konzept und fühle mich ohne Klavier und ohne Stimme und ohne euch ziemlich machtlos. Der Bildschirm raubt mir meine Wachheit. Anne springt auf Alex und er stöhnt und hört nicht auf und ich denke:“Das muss ich aufnehmen und editieren um dann im richtigen Moment damit zu spielen!“ Zack, Fokus weg.

 

Mir bleiben nur die kläglichen Geräusche von meinem Delay Plugin, wie ein Gummiband, das gespannt und entspannt wird. Das Feedback, wenn ich die Mikros zu weit aufreiße und die Boxen zu laut mache. Ich brauche euch um wirklich klingen zu können. Allein kann ich nur den Raum geben, voller Möglichkeiten, die nie ausgefüllt werden. Klingt schöner als es ist. Zum Glück ist da noch Lisa.

 

Inwieweit bin ich da draußen eigentlich noch Teil der Gruppe? Welche Gesetze gelten für den klingenden Raum? Ich bin die Insel. Wie eigenständig ist sie? Wie funktioniert diese Eigenständigkeit? Wenn sie wie die Natur ist, mit einer Portion Magie dazu, was heißt das? Ist Lisa das Bindeglied? Wo im Raum ist sie eigentlich wann? Und so weiter.

 

Es wir viel passieren oh-oh-oh, nichts bleibt mehr gleich, nichts bleibt beim Alten wie gehabt. Gibt so viel zu probieren. Immer wieder von Neuem rausfinden, dass ich, wenn alle schon Vögel sind, nicht auch noch zwitschern muss.

Genug gejammert, ich geh jetzt zur Technikbesprechung, um mich nochmal damit zu konfrontieren, dass ich kein Tontechniker bin.

Bis gleich!

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Eine Antwort auf Eine Liebeserklärung

  1. Julia Riedler sagt:

    schön, frieder.

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