DIRTY HERO TUNNEL // cobrakritik

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Liebe Familie, im Tunnel hatte ich eine Erinnerung an ein Traumprotokoll vom 19.01.2010:

Ich finde mich in einer Burg und meine Aufgabe ist klar: Prinzessin beschützen. Das Turmzimmer scheint der ideale Ort dafür zu sein. Andrängende Feinde haben nur einen schmalen Zugang und werden mit einem großen Schwert kaputt gehauen. Einem Mann mit schwarzem Schnauzbart, stecke ich das Schwert in die Brust und merke das Zerreißen von Muskeln und Fleisch.

Nach einem regelrechten Rausch ist der Kampf vorbei. Jetzt merk ich erst, wie müd ich bin und dass die Prinzessin das nächste Mal doch bitte mithelfen könnte. Ich fände das angebracht. Statt ernsthaft auf mich zu reagieren, macht sie ein kleines Teelicht aus Plastik (mit Farbwechsel-Effekt) an und zeigt mir den Weg. Zum Abschied nennt sie mich bei meinem wirklichen Namen: Erdbeer-Jeanette.

Im Farbwechselspiel der Kerze, sehe ich plötzlich eine Frau, ein kleines Wesen unbekannter Bauart im Schoß. Beide sind nackt und ganz mit Blut überlaufen. Ob es echte Menschen sind, lässt sich nicht ermitteln. Ich schaue sie lange, lange an – Blut/ Dunkel/ Baby /Schoß/ Mutter. Irgendwo rauscht das Meer und erinnert mich daran, dass ich noch etwas sagen wollte: „Tut mir leid, Mama, dass ich hier so eine Blutsauerei gemacht habe, entschuldige bitte, ich möchte mich bei dir entschuldigen, wirklich, das wollte ich nicht, bitte verzeih, das war keine Absicht, es tut mir leid, wirklich, bei dir möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen.“

Ich wurde müde und bettete meinen Kopf auf einem Mäuerchen neben dem Fenster. Meine Arme mein Kissen. Ich hatte manchmal Angst, wenn der Tunnel länger dauerte, als erwartet und dann brannte es in den Augen und ich summte weinend vor mich hin, fremde Laute zu einer leisen Musik, die von weit her kommt. Da bin nur noch ich und mein Summen und eine Traurigkeit.

Everytime I try to fly
I fall without
my wings
I feel so small
I guess I need you baby
And everytime I see you in my dreams
I see your face, it’s haunting me
I guess I need you baby.”

sagte dann jemand neben mir und hat das Licht angemacht. Danke. Wie schön von dir.

 

von Benjamin van Bebber, 30.01.2016

 

 

 

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