ES WAR TROTZDEM TOTAL SCHÖN

img_1779cobratheater.cobra//              Rabea Schubert,Maria Lilith Umbach, Clara Milena Umbach

Es war trotzdem total schön ist eine performative, begehbare Video-und Soundinstallation. Die Besucher_innen betreten drei kleine Räume, die wie in einem
Tunnelsystem zusammenhängen. Dabei werden sie zu Beobachter_innen eines popigen Kammerspieles und Eindringlinge in einen intimen Raum. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Beziehung dreier junger Frauen zueinander, die gemeinsam einen “survivalcampingtrip” unternehmen. Die
genauen Umstände der Reise werden nur angedeutet, klar wird jedoch, dass im Verlauf der Zeit zunehmend persönliche Grenzen der Protagonistinnen überschritten werden und sie sich emotinal und körperlich einander ausliefern. Die harmlosen girliehaften Gespräche bündeln sich zu einem hemmungslosen und expliziten Austausch über sexuelle Praktiken, über Lust, Macht und Ohnmacht einer libken-20160916_105529
vermeintlich emanzipierten Generation von Frauen. Die Texte und Videos bewegen sich immer an der Grenze zwischen zuckersüßem feelgoodroadtrip und bedrückender Enge von psychischen und physischen Übergriffen. Es war trotzdem total schön zeigt Frauen und ihre Körper in Momenten vermeintlich starker Selbstdarstellung. Die verstörende/ irritierende Wirkung entwickelt sich durch die Gegensätzlichkeit einer inszenierten Coolness und der darunter liegenden Verletzlichkeit. In der Begegnung zwischen Besucher_innen und Performerinnen wird auch die Frage nach Zugehörigkeit gestellt: werde ich aufgenommen in einen intimen Raum oder werde ich ausgegrenzt? Und wo verläuft diese Grenze?

Entstanden ist die Arbeit im Juli 2016 im Rahmen des Residenzprojekts “ LAUFEN NACH LIBKEN” und wurde in Böckenberg/ Brandenburg erstmals gezeigt. www.libken.de